
«Wir agieren aus einer Position der Stärke, um die Zukunft von Valiant langfristig zu sichern.»
Markus Gygax, Präsident des Verwaltungsrats
MARKUS GYGAX (MG): Valiant ist sehr gut ins erste Jahr der neuen Strategieperiode gestartet. Wenn wir die erschwerenden Rahmenbedingungen wie das anspruchsvolle und bewegte Umfeld betrachten, dann dürfen wir mit dem Erreichten sehr zufrieden sein. Aber das gegenwärtige Nullzinsumfeld ist für Banken eine grosse Herausforderung. Wir haben diese im Rahmen unserer Strategie 2025–2029 antizipiert, indem wir Valiant beispielsweise unabhängiger vom Zinsengeschäft machen wollen und die Erträge breiter diversifizieren.
Die Strategie «Valiant 2029» beinhaltet zwei übergeordnete Schwerpunkte: die Einfachheit und die Rentabilität. So haben wir das Angebot vereinfacht und weiterentwickelt – wie beispielsweise das kostenlose Lila Set. Den Kundenbedürfnissen entsprechend haben wir zum Beispiel die digitalen Möglichkeiten beim Anlegen erweitert. Es gilt aber auch, das Ziel zur Erhöhung der Rentabilität zu erfüllen. Wir agieren hier aus einer Position der Stärke, um die Zukunft von Valiant auch langfristig zu sichern.
EWALD BURGENER (EB): Um die langfristige Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit von Valiant zu stärken, haben wir in den vergangenen Monaten unsere Strukturen und Prozesse eingehend überprüft. Das Ergebnis dieser Analyse ist ein umfassendes Programm zur Steigerung der operativen Effizienz. Wir planen Kosteneinsparungen von mindestens 15 Mio. Franken sowohl beim Personal- als auch beim Sachaufwand. Das bedeutet unter anderem, dass wir den Personalbestand um 80 Vollzeitstellen reduzieren. Potenzial sehen wir durch Digitalisierung und Automatisierungen insbesondere im Middle-/Backoffice und durch die Optimierung unserer Vertriebsstruktur. Alle Bereiche der Bank werden ihren Beitrag leisten. Dazu arbeiten wir gemeinsam mit den Bereichen daran, die dafür notwendigen Massnahmen für eine Umsetzung vorzubereiten. Und was uns besonders wichtig ist: Wir betreiben eine verantwortungsvolle Personalpolitik, entsprechend hat ein Abbau über natürliche Fluktuation wiederum höchste Priorität. Dies konnten wir schon beim Programm zur Steigerung der Effizienz aus der vorherigen Strategieperiode sicherstellen.
MG: Valiant hat seit ihrem Bestehen eine stabile oder steigende Dividende ausgeschüttet. Wir verfolgen auch weiterhin eine nachhaltig steigende Dividendenpolitik. Dementsprechend schlagen wir der Generalversammlung 2026 eine Erhöhung der Dividende auf 6.00 Franken pro Aktie vor. Dank der sehr soliden Kapital- und Liquiditätsbasis von Valiant haben wir überschüssiges Kapital zur Verfügung. Davon profitieren auch unsere Aktionärinnen und Aktionäre, indem wir eigene Aktien zurückkaufen. Konkret bedeutet dies, dass letztlich der Gewinn pro Aktie steigt.
Somit partizipieren unsere Aktionärinnen und Aktionäre sowohl durch die Erhöhung der Dividende als auch durch den Aktienrückkauf am erfolgreichen Ergebnis von Valiant.

«Durch steigende Konzernergebnisse konnte das Kapital wesentlich gestärkt werden.»
Ewald Burgener, CEO
EB: In den letzten Jahren haben stetig steigende Konzernergebnisse dazu geführt, dass das Kapital wesentlich gestärkt werden konnte. Per Ende 2025 liegt die Gesamtkapitalquote bei 17,2 Prozent. Das entspricht einer kontinuierlichen Steigerung über die letzten Jahre. Das von uns intern definierte Zielband von 15 bis 17 Prozent dient einerseits dazu, die regulatorischen Vorgaben vorbehaltslos zu erfüllen. Andererseits sind wir jederzeit flexibel, um strategische Massnahmen angehen zu können.
MG: Wir haben uns im Verwaltungsrat in den letzten Monaten intensiv mit der mittelfristigen Nachfolgeplanung auseinandergesetzt. Ich habe für mich persönlich entschieden, dass ich an der Generalversammlung 2028 nach acht Jahren als Präsident des Verwaltungsrats zurücktreten werde. Für die Jahre 2026 und 2027 stehe ich nach wie vor gern zur Wiederwahl zur Verfügung. Es ist mir ein Anliegen, Valiant weiterhin mit Leidenschaft auf ihrem erfolgreichen Weg zu begleiten.
Der Verwaltungsrat schlägt Ewald Burgener als meinen Nachfolger vor. Um sich auf die neue Aufgabe vorzubereiten und um potenzielle Interessenkonflikte zwischen den Positionen CEO und Verwaltungsratspräsident zu vermeiden, soll er bereits an der Generalversammlung 2027 als einfaches Mitglied in den Verwaltungsrat gewählt werden. Zugleich wird er dann seine Funktion als CEO abgeben. Anlässlich dieser Cooling-off-Periode wird der Übergang damit professionell ermöglicht.
Ewald Burgener leitet Valiant erfolgreich, umsichtig und verantwortungsvoll. Er ist seit über 13 Jahren für Valiant tätig – sechs davon als CFO und nahezu sieben als CEO. Ich bin überzeugt, dass wir damit die bestmögliche Wahl treffen. Der Verwaltungsrat setzt damit auf Kontinuität, die konsequente Umsetzung unserer Strategie und die erfolgreiche Weiterentwicklung von Valiant.
EB: Valiant ist gut in die neue Strategieperiode gestartet und finanziell erfolgreich unterwegs. Wir halten an unserer vorsichtigen Risikopolitik fest. Das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden ist nach wie vor zentral. Zudem wollen wir ihr Finanzleben weiter vereinfachen. Nach wie vor streben wir einen steigenden Konzerngewinn und eine steigende Dividende an. Für das laufende Jahr gehen wir von einem leicht höheren Konzerngewinn aus.